Schweiz-Leitfaden
ONAIR Invoice und CAMARA POS für Ihren Schweizer Betrieb einrichten. Dieser Leitfaden beschreibt Funktionen und Grenzen der Apps, keine steuerliche oder behördliche Zertifizierung.
ONAIR: Firma und CHF
Tragen Sie in den Einstellungen Ihre eigenen Firmendaten mit getrennten Adressfeldern, Postleitzahl, Ort und Land ein. Hinterlegen Sie die tatsächliche IBAN und wählen Sie beim Erstellen einer Rechnung CHF als Währung. Die Kontoinhaberdaten müssen zu Ihrem Konto passen. Übernehmen Sie nicht die Anbieteradresse von FOUR als Ihre Rechnungsadresse. Erfassen Sie Ihre UID oder MWST-Angaben nur, wenn sie für Ihren Betrieb zutreffen.
MWST passend zur Leistung
Die ESTV nennt 8,1 % als Normalsatz, 2,6 % als reduzierten Satz und 3,8 % für Beherbergung. Der richtige Satz hängt von Leistung und Situation ab; Restaurantleistungen und bestimmte Lebensmittel zum Mitnehmen werden nicht pauschal gleich behandelt. ONAIR berechnet die Steuer anhand der gewählten Steuerkennzeichen der Positionen und des Belegdatums. Prüfen Sie Ihre Registrierung und die zutreffende Behandlung; eine Voreinstellung entscheidet nicht über Ihre Steuerpflicht.
Rechnung, QR-Zahlteil und PDF
Erfassen Sie den Kunden, wählen Sie die Rechnungspositionen und prüfen Sie CHF-Beträge, Steuern und Fälligkeit. Bei einer geeigneten Rechnung mit vollständiger Firmenadresse und gültiger Bankverbindung erzeugt ONAIR einen QR-Zahlteil. Die App unterscheidet QR-IBAN mit QR-Referenz und gewöhnliche IBAN mit Creditor Reference. SIX verlangt strukturierte Adressen. Fehlen passende Voraussetzungen, darf ein vorhandenes Rechnungs-PDF nicht mit einem geprüften QR-Zahlteil verwechselt werden. Prüfen Sie die Vorschau, erzeugen und sperren Sie das PDF und kontrollieren Sie Empfänger, Betrag und Referenz mit Ihrer Banking-App vor dem Versand.
Dokumente und Sicherung
Bewahren Sie das erzeugte, gesperrte PDF auf. Bereits ausgestellte Dokumente behalten ihre gespeicherten Angaben; spätere Stammdatenänderungen sollen keine frühere Rechnung ersetzen. Versenden oder exportieren Sie den geprüften Beleg. Konfigurieren Sie Sicherungen und speichern Sie zusätzlich eine unabhängige Kopie. Testen Sie die Wiederherstellung in einem getrennten Arbeitsplatz, bevor Sie sich darauf verlassen. Bewahren Sie Originalbelege, Auszüge und Exporte nachvollziehbar und zugriffsgeschützt auf. Für Geschäftsbücher und Buchungsbelege nennt Art. 958f OR zehn Jahre ab Ende des Geschäftsjahres. Prüfen Sie die Pflichten für Ihre jeweiligen Unterlagen. Bei elektronischer Aufbewahrung müssen Integrität und Lesbarkeit gewahrt bleiben; ein gesperrtes App-PDF oder eine Sicherung allein bestätigt kein gesetzeskonformes Archiv.
ONAIR: Bankabgleich, Arbeitszeit und Exporte
Wählen Sie das Bankkonto und importieren Sie camt.053/camt.054 oder CSV. Prüfen Sie die Importvorschau und bestätigen Sie Zuordnungen zu offenen Belegen. Eine in der App erfasste Zahlung ist keine Bankbestätigung; prüfen Sie den tatsächlichen Kontoauszug. Freigegebene Arbeitszeiten können in den Lohnlauf einfliessen. Prüfen Sie Mitarbeiterdaten und Lohnkonfiguration vor der Freigabe. Der Lohn-Zahlungsauftrag wird als Bankdatei vorbereitet; der Export bestätigt keine ausgeführte Zahlung. Journal-CSV und Treuhand-Exporte dienen der weiteren Prüfung. Diese vorbereiteten Daten sind weder eine zertifizierte Lohnabrechnung noch eine eingereichte Steuer- oder Sozialversicherungsmeldung.
CAMARA: CHF vor dem ersten Betrieb wählen
Wählen Sie bei einer neuen Einrichtung ausdrücklich Switzerland · CHF, bevor Sie Produkte oder Kassenbewegungen erfassen. Eingaben wie 4.50 bedeuten CHF 4.50; intern werden Rappen gespeichert. Eine gewählte Währung bleibt gesperrt. Ein bestehender MKD-Datenbestand wird nicht durch Umbenennen der Währung in CHF umgerechnet. Für einen Wechsel benötigen Sie eine getrennte, geplante Einrichtung; alte Belege und Sicherungen bleiben in ihrer ursprünglichen Währung.
CAMARA: Bargeld und Steuersatz prüfen
Öffnen Sie die Schicht mit dem tatsächlichen Anfangsbestand. Das CHF-Profil rundet den Bar-Zahlbetrag auf CHF 0.05, während elektronische Zahlungen den Rappenbetrag behalten: CHF 10.02 ergeben bar CHF 10.00 und per Karte CHF 10.02. Prüfen Sie Beleg, Rückgeld und Schichtabschluss. CAMARA verwendet derzeit einen betriebsweiten MWST-Satz mit einem Satz je Bestellung; es wählt keine Steuersätze je Produkt oder automatisch nach Restaurant, Take-away, Alkohol oder Beherbergung. Ein Betrieb mit gemischten Steuersätzen braucht vor dem Einsatz eine passende Lösung und Prüfung.
CAMARA: aktuelle Grenzen
Die Bedienoberfläche ist auf Englisch, Mazedonisch und Albanisch verfügbar; eine deutsche Bedienoberfläche wird hier nicht zugesagt. Im CHF-Profil können Gäste über den QR-Code eines aktiven Tisches bestellen; angemeldete Mitarbeitende können dieselbe Bestellung am Telefon ergänzen und an Bar oder Küche senden. Dieser lokale Ablauf wurde mit CHF-Beträgen und 8.1 % MWST geprüft. Allgemeine Online-Vorbestellungen, integrierte Kartenabwicklung und das bestehende Treueprogramm sind damit nicht freigegeben. Richten Sie die erreichbare QR-Adresse und den Gastzugang im Betriebsnetz ein. Prüfen Sie Drucker, Kassenlade, Belege, Sicherung und Wiederherstellung auf Ihrer tatsächlichen Installation. Eine Schweizer Konfiguration allein bestätigt weder die Eignung für jede Betriebsart noch eine amtliche Konformität.
Vor dem Einsatz
Nutzen Sie die freigegebene Version und die zugehörigen Hinweise. Für ONAIR stehen Einrichtung, Lizenzhilfe und Versionsinformationen bereit; CAMARA wird mit einer individuellen Demo und einem vereinbarten Einrichtungsumfang besprochen. Bei fachlichen Fragen zu Steuern oder Aufbewahrung stimmen Sie Ihren konkreten Prozess mit Ihrer Treuhand oder der zuständigen Stelle ab.